Entstehung von Krankheiten


Im Laufe der Geschichte hat es immer wieder Seuchen gegeben. Bakteriellen Erkrankungen konnten wir zwischenzeitlich durch Hygiene und Antibiotika Einhalt gebieten. Bei Viren sieht dies anders aus: bis der passende Impfstoff entwickelt ist, sind viele Grippe- und Coronaviren in der Lage, Pandemien auszulösen.
 
Während Pandemien in gewissem Maße als Naturphänomen bezeichnet werden können, weisen zahlreiche Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten darauf hin, dass wir wahre Brutstätten für neue Krankheiten geschaffen haben und damit eine große Summe an zusätzlichen Krankheiten erschaffen.

Die UN Landwirtschaftsorganisation FAO hat im Jahr 2008 auf die große Gefahr der Nutztierhaltung hinsichtlich der Entstehung neuer Krankheitserreger hingewiesen. Viele Krankheiten wie zum Beispiel Vogelgrippe, Schweinegrippe, Ebola und HIV stammen aus dem Tierreich und sind dadurch entstanden, dass wir Tiere jagen, züchten, „nutzen“ und ihre „Produkte“ sowie ihre Leichen essen. Die FAO gibt an, dass 75% der neu auftauchenden Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Dabei können jedoch nicht die Tiere als die Schuldigen angesehen werden. „Wir schaffen diese Situation, nicht die Tiere.“ erläutert Joachim Spangenberg, Ökologe und Vizepräsident der Forschungseinrichtung Sustainable Europe Research Institute.

Eine am 08. April 2020 von „The Royal Society Publishing“ veröffentlichte Studie bestätigt, dass Nutztiere eine anerkannte Rolle bei der Übertragung zoonotischer Viren auf den Menschen spielen. Die Autoren dieser Studie sehen in Infektionskrankheiten, die von Tieren stammen und Menschen infizieren, eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit.

In der Natur stirbt ein stark tödlicher Virus schnell aus. Durch die Tierhaltung und die Jagd wilder Tiere ermöglichen wir jedoch, dass sich die Mutation schnell auf viele andere Tiere und auf uns Menschen ausbreitet.  Die Ausbrüche neu aufgetretener Infektionskrankheiten haben dabei stark zugenommen. Seit den 1980er Jahren hat sich die Zahl alle zehn Jahre mehr als verdreifacht.

Schlachthöfe und Fleischverarbeitungsbetriebe entwickeln sich weltweit und auch in Deutschland  zu Hotspots der COVID-19-Pandemie. Die Fleischindustrie kann daher nicht nur in Verbindung mit der Entstehung von Krankheiten gebracht werden, sondern stellt ebenfalls Verbreitungsherde vorhandener Krankheiten dar.

Mikrobiologie-Professorin Katharina Schaufler von der Uni Greifswald hat für „ZDF zoom“ insgesamt 63 Putenfleischproben auf multiresistente Keime untersucht. Auf 62 Prozent der Proben gab es antibiotikaresistente Keime. Bei Bio-Puten waren es immer noch 25 Prozent. Mehr als ein Drittel aller Proben war mit Keimen belastet, die auch gegen sogenannte Reserveantibiotika resistent sind - Medikamente, die eigentlich schwerst kranken Menschen vorbehalten sein sollten, in der Tierindustrie jedoch großflächig eingesetzt werden und dadurch ihre Wirkung verlieren. Die WHO kritisiert dieses Vorgehen deutlich!
Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein Problem: Fast alle Covid 19-Patienten in Krankenhäusern haben bakterielle Superinfektionen und werden mit Antibiotika behandelt.


Mit der Ausbeutung der Tiere erschaffen wir nicht nur neue Viren, die uns noch viel schlimmer treffen können als Covid-19. Durch den Antibiotikaeinsatz in der Tierindustrie und den daraus resultierenden Antibiotikaresistenzen werden wir uns in eine Zeit versetzen, in der Bakterien wieder zu einer höchst tödlichen Gefahr für uns werden
 
Das wollen und können wir uns nicht leisten! 
 
 

Verhinderung neuer Pandemien 

 
„Die Tatsache, dass wir wissen, dass unser Ernährungssystem mitverantwortlich ist, kann uns Kraft geben. Wir wissen, wie wir den größten einzelnen Risikofaktor für Pandemien bekämpfen können.“ (Jonathan Safran Foer und Aaron S. Gross)

Auch wenn wir nicht in der Lage sind, alle Krankheiten zu verhindern, so liegt doch ein großer Teil der künftigen Gefahren in unserer Hand. Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke bringt es auf den Punkt: „Am besten lassen wir Tiere in Ruhe.“

Egal, wie wir es anstellen: solange wir Tiere jagen und züchten, um tierische Produkte zu gewinnen und zu konsumieren, setzen wir uns einem unnötigen Risiko neuer Krankheiten aus.

Verschiedene Ernährungsorganisationen (z.B. die
Academy of Nutrition and Dietetics, ein Zusammenschluss von mehr als 70.000 Ernährungsberaterinnen und -beratern, Forscherinnen und Forschern sowie medizinischen Fachleuten)
halten eine gut geplante vegane Ernährung für gesund und für alle Alters- und Lebensphasen geeignet.

Prinzipiell liefert uns eine vollwertige pflanzliche Ernährung alles, was wir brauchen. Lediglich Vitamin B12 sollten Veganer supplementieren.

Vitamin B12 (auch das in tierischen Produkten) wird ausschließlich von Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen generiert. Auch Mischköstler sind nicht immer ausreichend mit Vitamin B12 versorgt. Veganer können über Nahrungsergänzungsmittel einen optimal Wert erreichen.

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb wir für die Aufnahme von Vitamin B12 Tiere töten und ihre Leichen essen sollten.

Das Essen der Zukunft gibt uns geschmacklich, inhaltlich und optisch alles, was wir uns wünschen. Und es ist gut für uns alle. 
 
 
Der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung hat weiterhin positive Effekte in folgenden Bereichen: 
 

  • Umwelt/ Klima: Die Tierindustrie belastet unsere Böden und unser Grundwasser, zerstört das Ökosystem in den Meeren und ist entscheidend an der Abholzung des Regenwaldes beteiligt. Drei Viertel des Sojas, das auf den gerodeten Flächen angebaut wird, dient als Futter für Nutztiere.

 

 

  • TIERE! Die größte Ungerechtigkeit beim Konsum tierischer Produkte kommt zum Schluss. Das Leid der ausgebeuteten Tiere ist eigentlich unermesslich. Wir schulden es den Tieren, dass wir uns damit endlich auseinandersetzen. Wir schulden es uns allen, dass wir die Ausbeutung der Tiere endlich beenden.



Unser persönlicher Einfluss 


Was kann jeder einzelne von uns tun, um die Entstehung von Krankheitserregern künftig zu reduzieren?
Die Antwort liegt auf unserem Teller. Jeder einzelne entscheidet drei mal am Tag, ob er eine Industrie unterstützen möchte, die uns künftig noch vielfältige Krankheitserreger und gesundheitliche Gefahren liefern wird, oder ob er sich für eine Ernährung entscheidet, durch die wir alle profitieren.
 
Wer denkt, dass es dabei auf den Einzelnen nicht ankommt, ist von den Ergebnissen dieses Rechners wahrscheinlich überrascht.

In Deutschland leben ca. 2,8 Millionen Veganer, von denen jeder einzelne denken könnte, dass „er nichts ändern“ kann. Diese 2,8 Millionen haben allerdings bereits eine Umwelt geschaffen, in der es so einfach wie noch nie geworden ist, vegan zu leben. Es gibt immer mehr vegane Produkte und vegane Optionen in Restaurants - wir müssen sie nur noch nutzen. 
 
Für eine Zukunft ohne unnötiges Leid und unnötige Krankheiten.